DATEN:

Auslober : Land Hessen durch Staatsbauamt Frankfurt am Main II und die Stadt Frankfurt durch Dezernat IV, Planung und Sicherheit
Architekten: Lechner und Lechner, Ulrich Lausen
Jahr: 2003
Internationaler Wettbewerb – 5.Preis (213 Teiln.)

“Man bleibt gern in dieser Stadt, weil sie einen nicht festhält, sie verwandelt sich ihre Bewohner nicht an,
sie überzieht sie nicht mit ihren Eigenheiten, wie Wien oder Paris das tun, 
sie macht einen nicht krankhaft lebenskünstlerisch wie München
oder so misstrauisch identitätstrunken wie Berlin:

Frankfurt lässt einen bei sich.
Es ist eine gleichsam durchströmte Stadt, und Menschen ‘ohne Eigenschaften’ bleiben,
wie nebenbei hier hängen, angezogen und festgehalten vom völligen Mangel an Pathos.”
Eva Demski


KONZEPT

VERGANGENHEIT UND ZUKUNFT – UNVERWECHSELBARKEIT DER ORTE – BLEIBENDE WERTE

Die Identität des Quartiers um die Bockenheimer Warte ist durch seine charakteristischen Bauwerke geprägt. Das städtebauliche Konzept sieht vor, daß die ‚historischen Solitäre‘ durch individuelle, dem Bauwerk angemessene Behandlung mit einer übergeordneten Grammatik auf Basis der Frankfurter Blockrandbebauuung in den städtischen Kontext eingewoben werden. So entsteht eine Abfolge verschiedener Raumkonstellationen, die durch das Spiel von raumdefinierender Bebauung mit von Freiräumen herauskristallisierten Solitären geprägt ist.

URTEIL DER JURY

Die städtebauliche Idee, das Viertel kleinteilig zu strukturieren, ist ein richtiger Planungsansatz. Er ermöglicht nicht nur  die  Planung überschaubarer und differenzierter öffentlicher Räume, sondern auch die Integration beibehaltener, geschützter Gebäude (Villen, Pharmazie, Philosophicum und  Depot).  Ein Großteil der Bäume können erhalten bleiben (…). Die Durchwegung von Norden nach Süden ist angemessen. Richtig ist auch die Wiederaufnahme der Jügelstraße als normale Stadtstraße mit adressenbildenden Gebäuden. Die Vernetzung mit den angrenzenden Stadtteilen ist auf normale, krampflose Art und Weise gelöst (…). Interessant ist der Vorschlag, das Philosophicum als Loft-Wohnen zu nutzen. Die Verwertbarkeit insbesondere der kleinteiligen Blöcke ist gegeben,… . Eine  stufenweise Realisierung des Gesamtareals ist gegeben. Durch die feingliedrige  Struktur  ist es auch möglich, über den Erhalt oder Nichterhalt der Stadt- und Universitätsbibliothek zu einem späteren Zeitpunkt zu entscheiden.